Chemotherapie
Darf ich während der Therapie mit Taxotere Auto fahren ?
Es besteht kein grundsätzliches Verbot für Patienten während der Chemotherapie ein Fahrzeug zu führen. Zu beachten ist aber, dass nach Strassenverkehrsgesetz Art. 91 Absatz 2 das Führen von Fahrzeugen in fahrunfähigem Zustand verboten ist. Ein fahrunfähiger Zustand kann nicht nur durch Rauschmittel wie Alkohol bestehen, sondern auch zum Beispiel durch Schlafmangel, Schwindel, Schwäche oder Medikamente (insbesondere bei Dosissteigerung oder bei Neuverordnung). Aus diesem Grund ist es nicht möglich eine einfache Antwort auf die obige Frage zu geben. Grundsätzlich ist jeder selber dafür verantwortlich ausschliesslich in fahrfähigem Zustand am Strassenverkehr teilzunehmen. Ihr Hausarzt oder behandelnder Onkologe kann anhand ihrer Medikation und evtl. vorhandenen Begleiterkrankungen eine individuelle Empfehlung abgeben.
CH-DOC.10.07.01 / Dr med. M.D., Luzern
Kann ich den Krankheitsverlauf mit bewusster Ernährung günstig beeinflussen oder die Therapie unterstützen ?
Für Patienten mit einem Krebsleiden unter Chemotherapie ist eine ausgewogene und bewusste Ernährung besonders wichtig. Vorrangig ist darauf zu achten Gewichtsverlust zu erkennen und zu vermeiden. So sollen gehaltvolle Nahrungsmittel (z.B. Schokolade, Wurstwaren, Fette (Öl, Butter, Margarine), Avocado, Nüsse…) durchaus verzehrt werden, wenn ein Gewichtsverlust droht. Nahrungsergänzungen wie z.B. Multivitaminpräparate sind in der Regel nicht notwendig, es sei denn es liegen besondere Umstände wie Begleiterkrankungen vor. Häufig werden scharfe, sehr süsse oder saure Speisen wegen der Reizung der Schleimhäute gemieden.
CH-DOC.10.07.01 / Dr med. M.D., Luzern
Darf ich während der Therapie Alkohol trinken ?
Falls keine Begleiterkrankung oder Schädigung der Leber vorliegt und Sie nicht auf Alkohol verzichten möchten ist eine geringe Menge Alkohol (z.B. 1 dl Wein pro Tag) vertretbar. Im Zweifelsfall sollte der Hausarzt oder behandelnde Onkologe um Auskunft gebeten werden.
CH-DOC.10.07.01 / Dr med. M.D., Luzern
Chemotherapie bei Prostatakrebs – wie wird mir dies helfen? Habe ich damit eine Heilungschance?
Unter Chemotherapie versteht man eine Behandlung mit Medikamenten, die Tumorzellen möglichst ohne Schädigung anderer Zellen in ihrem Wachstum hemmen oder abtöten. Bei den heutigen Therapien wird meist eine gute Lebensqualität durch eine Verminderung der Prostata Krebs Symptome und durch ein Eindämmen der Erkrankung erreicht.
Eingesetzt wird die Chemotherapie in der Regel bei einem fortgeschrittenen Krebs-Stadium, das Metastasen gebildet hat, und nicht mehr auf hormonwirksame Maßnahmen anspricht. Vor allem weil das Prostatakarzinom sehr langsam wächst, sind Zytostatika nicht bei allen Patienten wirksam. Es wird nicht mehr gelingen, alle Krebszellen im Körper abzutöten. Mit der Chemotherapie im fortgeschrittenen Stadium kann keine Heilung erwartet werden. Was mit einer Chemotherapie erreicht werden kann, ist ein Wachstumsstopp und eine Linderung vorhandener Beschwerden. Ebenso kann oft eine Lebensverlängerung erreicht werden.
Bei fehlender Heilungsmöglichkeit konzentriert sich die Behandlung hauptsächlich auf den Erhalt der Lebensqualität. Diese wird meist sogar besser unter Chemotherapie
CH-DOC.10.10.06 / Dr med. U. M., Sargans
Kann ich zusätzlich zur Chemotherapie auch eine alternative Krebstherapie durchführen lassen?
Wenn Sie an Krebs erkrankt sind werden sie auf sehr viele Angebote für zusätzliche Therapien stossen oder werden von Freunden oder Angehörigen darauf hingewiesen werden.
Wenn Sie sich für eine ergänzende Therapiemassnahme entscheiden, teilen Sie dies ihrem betreuenden Arzt mit. Dies kann verhindern, dass Sie eine schädliche Methode auswählen, oder einem Scharlatan in die Hände fallen.
Viele ergänzende Therapiemassnahmen können aber zusätzlich zur Chemotherapie eingesetzt werden. Aber auch hier sollten Sie dies dem Onkologen mitteilen, da Interaktionen möglich sind, die zB. die Wirkung der Chemotherapie aufheben oder Nebenwirkungen verschlimmern.
CH-DOC.10.10.06 / Dr med. U. M., Sargans
Wie wird der Ablauf der Chemotherapie sein und wie werde ich die Therapie vertragen?
Die Therapie wird in der Regel gut vertragen, sodass sie in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden kann.
Das am häufigsten eingesetzte Medikament wird intravenös gegeben. Er gibt zwei eingesetzte Behandlungsprotokolle: mit höherer Dosis alle 3 Wochen oder eine niedrigere Dosis wöchentlich. Jedes Behandlungsprotokoll hat seine Vor- und Nachteile. Die Infusionszeit beträgt etwa 1 Stunde. In den Wochen ohne Therapie wird meist ein Arzttermin zur Kontrolle der Blutwerte nötig sein.
Bei einigen Patienten können aber doch Nebenwirkungen auftreten. Vor allem bei der höherdosierten Therapie ist Haarausfall möglich, die weissen Blutkörperchen können sich vermindern und dann bei Infektionen eine verminderte Abwehr vorhanden sein und auch eine vermehrte Müdigkeit ist bei der höher dosierten Therapie häufiger. Übelkeit ist wegen den vorbeugend gegebenen Medikamenten kaum ein Problem. Es können die Geschmacksnerven beeinträchtigt werden und gewohnte Nahrungsmittel merkwürdig schmecken. Vorallem bei der niedrig dosierten wöchentlichen Therapie können die Fingernägel brüchig werden und Irritationen des Tränenkanals auftreten. Bei einigen Patienten kann sich mit der Zeit ein Taubheitsgefühl an Händen und Füssen entwickeln. Dies aber meist erst nach länger nötiger Therapie.
Auch wenn die Anzahl der möglichen Nebenwirkungen gross ist, ist zu beachten, dass diese Nebenwirkungen oft nicht auftreten und dass gleichzeitig die Beschwerden von Seiten des Prostatakrebs abnehmen. Die meisten Patienten berichten deshalb, dass es ihnen während und nach der Therapie besser geht als es vorher ohne Chemotherapie war.
CH-DOC.10.10.06 / Dr med. U. M., Sargans
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