Diagnose
Was bedeutet diese Diagnose für mich?
Sie haben nachweislich eine bösartige Erkrankung der Prostata.
Es geht jetzt darum festzustellen ob der Prozess schon vom ursprünglichen Enstehungsort in andere Regionen (unmittelbare Umgebung der Prostata, Lymphknoten oder Knochen) gestreut hat. Dies ist allerdings nicht immer nötig da es statistisch unwahrscheinlich ist dass Sie solche Ableger haben wenn Sie vor Beginn der Abklärung einen tiefen PSA-Wert hatten.
Wenn Ihr behandelnder Arzt alle benötigten Informationen hat, kann er eine auf Sie zugeschnittene Therapie vorschlagen (es gibt viele Wege nach Rom). Er muss dabei viele Faktoren berücksichtigen. So sind Alter, andere chronische Erkrankungen, Voroperationen, Fettleibigkeit, Ergebnisse der Abklärungen, Agressivität des Geschwürs und situative Elemente in der Planung abzuwägen.
Während der Besprechung der therapeutischen Möglichkeiten wird sicher auch der Zeitrahmen der notwendigen oder empfohlenen Massnahmen vorgeschlagen werden.
Ihre positive Einstellung der Therapie gegenüber wird vieles vereinfachen und einen günstigen Effekt auf die Heilung haben, denn: Die Mehrheit der Männer die an einer solchen Erkrankung leiden oder litten werden noch Jahre, bei guter Lebensqualität, weiter ihren normalen Tätigkeiten nachgehen können.
CH-DOC.10.10.03 / Dr med. H.-P. B., Aarau
Wie sind meine Chancen?
Korrekt behandelt sind die Chancen, dass Sie noch etliche Jahre ohne grössere Probleme seitens der Prostataproblematik leben werden, sehr gut. Bei günstigen Voraussetzungen (kein allzu agressiver Krebs, geringe Menge, optimierte Therapie) werden Sie erfreulicherweise sogar geheilt werden können. Die Frage nach dem „wie lange“ kann sehr selten konkret (in Jahren und Monaten) beantwortet werden.
Das Thema wird im Aufklärungsgespräch, das der behandelnde Arzt mit Ihnen führen wird, Erwähnung finden. Er stützt sich dabei auf seine Erfahrung und Überlebensstatistiken in Abhängigkeit der individuellen Konstellation Ihres ganz spezifischen Falles. Wenn immer möglich wird die Heilung des Prostatakrebs angestrebt. Wenn dies in einzelnen Fällen nicht möglich ist, muss das Ziel der vorgeschlagenen Therapie sein, die gute Lebensqualität zu erhalten oder sogar zu verbessern.
Ihr Arzt weiss aus jahrelanger Erfahrung dass die allermeisten betroffenen Männer nicht am Prostatakrebs sterben werden.
CH-DOC.10.10.03 / Dr med. H.-P. B., Aarau
Was kann ich tun?
Sind Sie vorsichtig mit Aussagen von Laien oder Bekannten die ein ähnlichliches Problem haben. Jeder Fall ist etwas anders und muss ebenso differenziert behandelt werden. Lassen Sie sich nicht verunsichern, fragen Sie lieber den Fachmann. Hören Sie den Ausführungen ihres Arztes aufmerksam zu. Scheuen Sie sich nicht, wenn etwas unklar ist, ihn daraufhin anzusprechen. Es ist wichtig dass Sie im Bild sind wann und was als Therapie geplant ist.
Sie können vor einer Therapie versuchen, wenn Sie das nicht schon ohnehin tun, auf Alkohol und ungesunde Ernährung zu verzichten. Machen Sie, in dem für Sie möglichen Rahmen, etwas sportliches. Bewegung senkt den Blutzucker und die Blutfette. Eine Stärkung des Immunsytems ist für die Abwehr von zusätzlichen Erkrankungen sehr vorteilhaft.
Vertrauen Sie darauf dass die behandelnden Ärzte versuchen das für Sie Optimale zu tun.
CH-DOC.10.10.03 / Dr med. H.-P. B., Aarau
Habe ich nun Prostatakrebs, da der PSA-Wert zu hoch ist?
Das PSA ist ein Stoff aus dem Prostatagewebe. Es wird von gutartigem wie bösartigem Prostatagewebe ins Blut abgegeben. Eine Erhöhung des PSA-Wertes kann ein Hinweis für ein erhöhte Wahrscheinlichkeit eines vorliegenden Prostatakrebes sein, ist aber nicht beweisend. Zum möglichst sicheren Ausschluss bzw. Nachweis eines Prostatakrebses müssen Gewebeproben aus der Prostata entnommen werden, also eine sogenannte Prostatastanzbiopsie durchgeführt werden. Diese wird in lokaler Betäubung und mit Hilfe von Ultraschall gesteuert, meist an 10 bis 12 verschiedenen Stellen aus der Prostata entnommen.
CH-DOC.10.10.05 / Dr med. U. S., Winterthur
Muss eine Prostatabiopsie durchgeführt werden? Kann man das nicht im Ultraschall oder Computertomograph sehen?
Will man mit bestmöglicher Sicherheit einen Prostatakrebs nachweisen oder ausschliessen, so muss eine Gewebeprobe der Prostata entnommen werden. Eine absolute Sicherheit für einen Nachweis oder Ausschluss gibt es aber nicht.
Manchmal wird auch eine zweite Entnahme von 10-12 Gewebeproben zur Erhöhung der Sicherheit empfohlen. Falls Probleme mit dem Wasserlösen vorliegen, kann auch das Ausschaben der Prostata von Innen eine zusätzliche Information über die Gutartigkeit des Gewebes ergeben.
Mittels Kernspintomographie können heute Hinweise auf einen allfälligen Prostatakrebs und dessen Lage in der Prostata gewonnen werden. Danach kann versucht werden, gezielter an der entsprechenden Stelle der Prostata Gewebeproben zu entnehmen.
CH-DOC.10.10.05 / Dr med. U. S., Winterthur
Häufig bei jüngeren, bis 40jährigen Männern: Ich möchte wissen, dass ich keinen Prostatakrebs habe. Was muss ich tun?
Es gibt keine Möglichkeit, mit absoluter Sicherheit einen Prostatakrebs auszuschliessen, ausser man würde die Prostata komplett entfernen und mikroskopisch untersuchen. Eine Prostatavorsorgeuntersuchung in Abhängigkeit des Alters und der Familiengeschichte gibt eine vernünftige Sicherheit.
Gehen wir von einer Familiengeschichte ohne bekannte Prostatakrebsfälle aus.
Der Prostatakrebs ist bei jungen Männern, also unter 45-50 Jahren sehr, sehr selten, so dass sich eine Vorsorgeuntersuchung erst ab 45 bis 50 Jahren empfiehlt.
Bei einer Familiengeschichte mit Prostatakrebsfällen ist das Risiko für direkte Nachkommen 2-3x höher und das Auftreten nicht selten etwas früher, so dass sich eine Vorsorge ab 40 bis 45 Jahren empfiehlt.
CH-DOC.10.10.05 / Dr med. U. S., Winterthur
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