Frage & Antwort: Erhöte PSA-Werte trotz komplett entfernter Prostata
Frage:
Bei meinem Vater wurde vor ca. 2.5 Jahren Prostatakrebs festgestellt. Vor 2 Jahren wurde er operiert und die Prostata komplett entfernt. Die Analyse des entfernten Gewebes ergab, dass der Tumor vollständig entfernt wurde. Bei einer Nachkontrolle wurde festgestellt, dass sich der PSA-Wert nicht auf 0 gesenkt hatte. Darauf wurde mein Vater vor ca. 10 Monaten bestrahlt. Im August war der PSA-Wert bei 0.3. Die Messung von letzter Woche ergab einen PSA Wert von 3.2. Der Arzt hat nun vorgeschlagen, ein PET-Scan zu machen.
Was ist die Ursache für einen solchen Wiederanstieg des PSA Wertes?
Was sind mögliche Therapieformen?
Wie schlimm steht es um meinen Vater?
Antwort:
Die Ursache für den erneuten Anstieg des PSA-Wertes kann sein:
1. Ein Lokalrezidiv. Dies ist aber nach Prostataentfernung und anschliessender Bestrahlung eher unwahrscheinlich. Die histologische Untersuchung des Präparates wäre noch hilfreich, um eine genauere Beurteilung durchzuführen.
2. Ableger (Metastasen) in den Lymphknoten des Beckens. Dies hängt auch davon ab, ob bei der Prostataoperation die Lymphknoten mitentfernt wurden.
3. Knochenmetastasen (Ableger). Diese sind typisch für den Prostatakrebs. Allerdings erwarte ich bei einem langsam steigenden PSA sowie dem doch noch tiefen Wert keine Knochenableger.
Das PET-Scan kann weitere Aufklärung hierüber geben. Welche Therapie anschliessend gewählt werden sollte, ist schwierig zu sagen, da wir ja nicht wissen, wo die Ursache für den PSA-Wert liegt. Aber wahrscheinlich wird Ihr Vater eine Hormontherapie benötigen. Warten Sie die PET-Untersuchung ab, dann kann man weiter sehen.
Dr. med. B.R., Bern – CH-DOC.11.03.02