Frage & Antwort: Hormonkur oder Operation?
Frage:
Anstelle der langjährigen Hormonkur (Spritze alle 3 Monate bei erhöhtem PSA-Wert) steht nun die OP zur Hodenausschälung (?) an, da ich, im Ausland wohnend, dort die erheblichen Kosten selber tragen müsste. Ist diese Operation empfehlenswert, und ist das Resultat dasselbe, wie wenn ich Hormonspritzen erhalte?
Antwort:
Sehr geehrter Herr
Vielen Dank für ihre Anfrage.
Der Prostatakrebs wird bei den meisten Patienten durch das Vorhandensein von männlichem Hormon (Testosteron) im Wachstum gefördert. Testosteron wird hauptsächlich in den Hoden (wenig auch in den Nebennieren) produziert. Deshalb ist eine sehr wirksame Therapie, das männliche Hormon aus dem Körper zu entfernen. Das kann einerseits mit Spritzen (alle 3 Monate) erfolgen, womit die Hormonproduktion in den Hoden gestoppt wird. Andererseits kann der Produktionsort von Testosteron (Hoden) auch entfernt werden, was im Körper zum gleichen Ergebnis führt.
Nun zu Ihrer konkreten Frage: Die Therapie zur Entfernung von Testosteron (männliches Hormon) aus dem Körper ist gleichwertig, ob mit Spritzen oder aber einer Hodenentfernung. Es können auch gleiche Nebenwirkungen bei Spritzen oder Hodenentfernung auftreten, wie Wallungen, Osteoporose (verminderte Knochendichte), selten Gefässkrankheiten. Die Therapie mit Spritzen kann man stoppen, und die Hodenfunktion kann sich wieder erholen. Eine Hodenentfernung ist definitiv und kann nicht rückgängig gemacht werden. Die Therapie mit Spritzen sollte aber auch lebenslang durchgeführt werden, so dass es eigentlich keinen Vorteil der Spritzen in Ihrem Fall gibt. Ich hoffe, ich konnte Ihnen Ihre Frage beantworten.
Mit herzlichen Grüssen
Dr. med. Y.H., Uster – CH-DOC.11.03.02