Frage & Antwort: PSA Wert über 100, trotz Bestrahlungstherapie. Welche Therapie empfehlen Sie nun?
Frage:
79-Jähriger/guter AZ, Prostataresektion (2004), hat erhöhten PSA-Wert (heute über 100), trotz Bestrahlungstherapie (Sommer 2010), und neu (2011) im Knochenszintigramm 3 nachgewiesene Metastasen im Lendenbereich. Welche Therapie empfehlen Sie nun?
Antwort:
Bei diesem Patienten liegt leider bereits eine Metastasierung (sprich: Knochenableger) vor. Dies zeigt der PSA-Wert von über 100, wie auch die knochenszintigrafisch nachgewiesenen Befunde.
Eine kurative Therapie, also eine Heilung, kann somit leider nicht mehr angestrebt werden. Ich würde hingegen nun dringend eine Hormonentzugstherapie empfehlen. Dies kann einerseits durch regelmässige Spritzen, andererseits durch einen einmaligen, kleinen Eingriff am Hoden (Entfernung des testosteronbildenden Hodengewebes) erfolgen.
Gleichzeitig sollte dringend eine monatliche Biphosphonattherapie begonnen werden (d.h. einmal monatliche Infusion ambulant). Hiermit lässt sich der Knochenabbau durch die Metastasen verhindern oder zumindest verzögern. Gleichzeitig zu dieser Therapie ist auf eine Calciumsubstitution durch Tabletten zu achten.
Ob gleichzeitig eine Bestrahlung der Knochenmetastasen im Lendenbereich lokal durchgeführt werden soll, lässt sich aus der Ferne nicht sicher beurteilen. Bei Beschwerden und/oder Frakturgefahr (Gefahr des Knochenbruchs) würde ich dies allerdings dringend empfehlen.
Auf jeden Fall sollte sich der Patient in die Behandlung bei einem erfahrenen Urologen begeben, der diese Therapie mit den Radioonkologen zusammen organisieren kann.
Dr. med. B.R., Bern – CH-DOC.11.03.02