Hormontherapie
Wann wird die Hormontherapie beim Prostatakarzinom eingesetzt?
Hat der Krebs die Vorsteherdrüse (Prostata) verlassen und greift auf die Lymphknoten bzw. Knochen oder andere Organe über, wird die Hormontherapie in Betracht gezogen. Als Patient muss man wissen, dass eine Heilung sehr wahrscheinlich nicht mehr möglich ist, aber man durchaus einige Jahre beschwerdefrei mit dem Krebs leben kann.
Ziel der Behandlung ist es das Fortschreiten des Krebses einzudämmen, Symptome zu verhindern und Lebenszeit zu gewinnen. In anderen Worten heisst dies, dass der Krebs beeinflusst wird, die Wirksamkeit dieser Massnahmen aber insofern begrenzt ist, als sie keine Heilung versprechen.
Nach ungefähr 2 bis 5 Jahren kann der PSA-Wert erneut ansteigen oder der Tumor Beschwerden machen und somit die Lebensqualität einschränken. Sollte dieser Zeitpunkt eingetreten sein, ist die Lebenserwartung begrenzt.
CH-DOC.10.10.04 / Dr med. C.E. K., Olten
Das Wirkungsprinzip der Hormontherapie?
Das Prinzip der Hormontherapie besteht darin dem Tumor die Wachstumssignale, da heisst die männlichen Hormone, zu entziehen. Dadurch können die Tumorzellen für eine begrenzte Zeit nicht wachsen und sich nicht ausbreiten. Dieser Effekt ist unabhängig davon, ob sich die Tumorzellen in der Prostata oder in Metastasen, zum Beispiel in den Knochen, befinden. Dieses Wirkungsprinzip wird auch als Hormonentzugstherapie bezeichnet. Es spielt keine Rolle auf welchem Weg die Hormone ausgeschaltet werden. Dies ist operativ durch die Entfernung des Hodengewebes oder auch medikamentös über eine Spritze möglich. Mit wenigen Ausnahmen sprechen alle Patienten auf diese Massnahme an. Sie hat Auswirkungen auf den ganzen Körper und die Therapie kann nicht nur Tumorzellen, sondern auch andere Organzellen schädigen. Somit sind auch die gesunden Organe betroffen, insbesondere jene, deren Funktion von den Geschlechtshormonen gesteuert wird. Es ist mit Nebenwirkungen zu rechnen.
Nach ungefähr 2 bis 5 Jahren werden sich allmählich hormonunempfindliche Zellen entwickeln. Das sind Zellen, die keine Hormone mehr brauchen um zu überleben und ein Hormonentzug hindert sie nicht mehr am Wachstum. Zu diesem Zeitpunkt wird die Hormonentzugstherapie jedoch fortgeführt, um vorhandene hormonempfindliche Zellen weiterhin zu bekämpfen. Gegen die unempfindlich gewordenen Zellen können Zytostatika im Rahmen einer Chemotherapie gegeben werden. In dieser Phase der Erkrankung ist es das Ziel der Therapie Symptome zu lindern, wobei die Schmerztherapie im Vordergrund steht. Daneben muss für eine genügende Blasenentleerung, Knochenstabilität sowie einen guten Ernährungs- und Allgemeinzustand gesorgt werden.
CH-DOC.10.10.04 / Dr med. C.E. K., Olten
Nebenwirkung der Hormontherapie?
Die Nebenwirkungen beziehen sich auf die Organe und Funktionen, die von den Geschlechtshormonen beeinflusst werden. Dazu gehören zum Beispiel die Psyche, die Haut, die Knochen, die Muskulatur und nicht zuletzt die Potenz. Im Rahmen der Behandlung sollten diese Nebenwirkungen vermieden bzw. minimiert werden. Der Zeitpunkt des Beginns einer Hormontherapie sollte deshalb individuell bestimmt werden. Eine weitere wichtige Frage ist auch, ob die Hormone kontinuierlich entzogen werden sollten oder die Gabe der Medikamente zeitweilig unterbrochen werden sollte. Dadurch können Nebenwirkungen vermieden und die Lebensqualität des Patienten verbessert werden.
CH-DOC.10.10.04 / Dr med. C.E. K., Olten
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